Sonntag, 1. Juni 2014

Raus hier!

Mit Angstschweiss im Nacken und bemueht,
das Fruehstueck drin zu behalten, starren wir von der letzen Reihe unseres Minibusses nach vorne aus der Windschutzscheibe und verziehen mit jedem Ueberholmanoever das Gesicht und treten ein imaginaeres Bremspedal zum Boden durch, weil wir den Aufprall schon vorhersehen. 
Seit einer halben Stunde sitzen wir schon bei diesem Lebensmueden in der Karre und wuenschen uns wohlbehalten in den Kao Sok Nationalpark, das Ziel dieses Hoellentripps. 
Was das Fahren mit oeffentlichen Verkehrsmitteln angeht, haben wir ja echt eine hohe Toleranzgrenze, aber das hier ist zu krass fuer uns. Der Fahrer heizt wie ein Bekloppter, nimmt jede Kurve viel zu schnell und faehrt den Vorausfahrenden bis auf wenige Zentimeter auf, nur um dann trotz Gegenverkehr in die Mitte zu ziehen und zu Ueberholen.
Endlich angekommen, setzen wir uns ins erstbeste Cafe und feiern unser Ueberleben.



Wir wollen keine 30 Euro pro Person fuer eine Tour ausgeben, die uns mit 10 anderen Touristen genau dahin bringt, wo alle hinkutschiert werden. Lieber ziehen wir alleine los und gucken, was es zu entdecken gibt. Aber genau das wird einem im Kao Sok Nationalpark ein bisschen schwer gemacht. Die Parkeintrittsgebuehr ist genauso hoch wie auf Ko Tarutao, nur dass das Ticket dort eine Woche lang gueltig war und hier nur einen Tag. Will man also laenger im Park bleiben oder sogar darin zelten, wirds richtig teuer. Ausserdem ist der Park recht gross und man kommt vom Eingang, wo alle Guesthouses sind, "nur" in den Wald in direkter Naehe und kann nicht zum Stausee mit seinen hohen Kalkfelsen wandern. Das waere zu gefaehrlich, sagt man uns. Besser und sicherer waere es, man wuerde eine Tour buchen und sich hinbringen lassen. Die Tourunternehmer fahren ihre Touris naemlich zum andern Parkeingang direkt an der Staumauer, von wo man mit dem Boot auf den See gefahren wird.
Was die koennen, koennen wir auch. Mit einem geliehenen Scooterchen brettern wir die 60km zur Staumauer und merken schon auf der Fahrt, dass der Ausflug sich lohnt, denn die Strasse fuehrt direkt durch den riesigen Nationalpark und die Umgebung ist wunderschoen.






Am Stausee angekommen, stellen wir fest, dass die Preise pro Boot fuer eine 2-stuendige Rundfahrt recht deftig sind und man sich wohl am besten ein Boot mit andern Touristen teilt. Nur dass keine andern da sind... aber wir habens ja nicht eilig. 
Nach einer Viertelstunde kommt unser Glueck in Gestalt eines russischen Paerchens ueber den Parkplatz geschlendert. Wir fragen sie, ob sie Lust zum Bootsteilen haben und sie lehnen ab, weil sie sich schon eine groessere Tour mit Hoehlenbesichtigung und Sightseeing gebucht haben. Aber "no worries, you can join us for free!!" 
Naja ganz umsonst wollen wir auch nicht mitgehen und druecken ihnen ein paar Scheine in die Hand.  







In den Huettencamps AUF dem See kann man auch schlafen, die Uebernachtung selbst ist nicht teuer, aber die Bootsfahrt hin und wieder weg kostet und auch die Nationalparkgebuehr muss jeden Tag bezahlt werden. Es ist wunderbar ruhig hier. Wenn wir gross sind und mehr Geld haben, kommen wir wieder ;)
kleine Urwaldinsel


Die Hoehle, die wir im Zuge der Tour besichtigen, ist zwar nicht berauschend, aber der Weg dorthin fuehrt in einen sehr noerdlichen Zipfel des Sees, wo wir bei ein paar schwimmenden Fischerhuetten auf Bambusflosse umsteigen:









Beim Abendessen lernen wir Bruce kennen. Er kommt jeden Abend, wenn das Licht angeht, hierher und setzt sich neben den Kuehlschrank, wo es schoen feucht ist. Dann wartet er. Er kann sehr geduldig sein, der Bruce. Aber wenn es darauf ankommt, schmettert er blitzschnell seine Riesenzunge durch die Luft und faengt sich sein vorbeifliegendes Essen. Es ist schwer, sich auf seie eigene Nahrunsaufnahme zu konzentrieren, waehrend er sich nebenan sein Abendessen schmecken laesst, weil man nicht drumherumkommt, ihn die ganze Zeit dabei anzustarren. Als wir fertig sind, fragen wir die Restaurantbesitzerin, ob Bruce gefaehrlich ist und sie lacht nur und meint: "Oh no, no, you can go and touch him!"


Zur Erinnerung: auf Palawan warn die Froesche kleiner als mein Fingernagel ;)

Natuerlich wollen wir am naechsten Tag auch dem Bambuswald auf unserer Nationalparkseite einen Besuch abstatten...








SUCHBILD:
Abenteurer Jonas hat sein Kameraobjektiv im Bambuswald verloren.
Kannst Du Abenteurer Jonas helfen, sein Objektiv im Bambuswald wiederzufinden?


Unser Visum fuer Thailand laeuft bald aus und wir wollen in Ranong einen sogenannten Visarun machen. Das heisst, kurz nach Myanmar und gleich wieder nach Thailand zurueck, um bei der Einreise wieder neue 30 Tage in den Pass gestempelt zu bekommen. Das haben wir vor 3 Wochen schon einmal von Hat Yai aus nach Malaysia gemacht, da wars noch kein Problem. 
In Ranong allerdings werden wir von den thailaendischen Grenzbeamten wieder weggeschickt. Das Gesetz wurde geaendert und nun wollen sie uns den Visarun nicht erlauben. Das mit der Aenderung haben wir auch schon im Internet gelesen, aber eigentlich betrifft es uns nicht, weil dies erst unser zweiter Visarun (bzw. dritter, wenn man die erste Einreise mit einrechnet) ist und die Gesetzesaenderung nur fuer Leute gilt, die zum vierten Mal oder noch haeufiger ihr Visum erneuern. 
Nach einigem Gezanke mit den Grenzern ziehen wir frustriert wieder ab und setzen uns mit einem Fruchtshake bewaffnet an den Busbahnhof und planen unser weiteres Vorgehen, waehrend wir auf den Bus nach Bangkok warten. 

Unser Thailand-Visum ist noch 6 Tage gueltig und wir muessen noch auf die Deutsche Botschaft, um unsere neuen Paesse zu holen, bevor wir das Land verlassen koennen. Spontan entscheiden wir, nach Cambodia (tut uns leid, aber diese Schreibweise finden wir einfach schoener, als die Deutsche) zu gehen, dort bekommen wir das Visum direkt an der Grenze, denn wir haben ja auch keine Zeit mehr, irgendeines in einer Botschaft in Bangkok zu beantragen. 
Nach einem herzlichen, aber leider viel zu kurzen Wiedersehen mit Toom, besteigen wir einen Bus nach Trat, in der Naehe vom suedlichsten Grenzuebergang nach Kambodscha.

Das Staedtchen gefaellt uns super und wir bleiben noch zwei Tage. Wir kommen in einem suessen Guesthouse unter, wo ausser uns nur noch Lena aus der Schweiz wohnt. Im gemuetlichen Garten duerfen wir uns an den Obstbaumen selbst bedienen und wenn wir nicht dort im Schatten sitzen, erkunden wir die vielen gruenen Gaesschen, freuen uns ueber alte Druckereien und die vielen netten Menschen oder decken uns aufm Markt mit Fruechten, Pancakes und Fruchtshakes ein.












Von hier machen wir uns nach Hat Lek an der Grenze auf... 

Das Display unseres Tablets ist vor zwei Wochen gesprungen und jetzt funktioniert nur noch die eine Haelfte... deswegen koennen wir einige Apps nicht mehr verwenden. Unter anderem die, mit der wir immer die kleinen Landkaertchen gemalt haben. Das tut uns leid, wer also wissen will, wo wir genau sind, muss wohl eine richtige Karte oder das Internet zu Rate ziehen ;)